März 23, 2020

Die fantastische Hundenase

by Désirée Scheller

Wie die Nase Deines Hundes aufgebaut ist

Wir alle wissen das unsere Hunde eine super funktionierende Nase haben. Du hast dich mit Sicherheit schon mal gefragt wie eine Hundenase im genauen funktioniert.

Des Weiteren kannst du an der Hundenase auch den Gesundheitszustand deines Hundes erkennen. Wir alle wissen, dass die Hundenase kühl und nass sein sollte.

Aber warum ist das so?

Und was ist, wenn mein Hund eine warme und trockene Nase hat?

All diese Fragen möchte ich dir in diesem Artikel beantworten.

Die Anatomie der Hundenase

Hunde sind Nasentiere, sie nehmen ihre Welt überwiegend über ihren Geruchssinn wahr. Daher ist dieser bei ihnen auch sehr ausgeprägt. Die Nasenschleimhäute des Hundes sind mit einem Riechepithel überzogen und bedecken Nase- und Stirnhöhlen und Muscheln. Dieses Flimmerepithel besitzt zahlreiche bewegliche Flimmerhaare, die unter anderem, den von den Becherzellen produzierten Schleim, weiter transportieren.

Gleich hinter den Nasenlöchern befindet sich der Nasenvorhof, dieser ist für das Erwärmen der Atemluft zuständig. Die Nasenscheidewand trennt die Nase in zwei Nasenhälften. Die Nase ist in einen oberen, einen mittleren und einen unteren Nasengang aufgeteilt. Oberhalb und seitlich des mittleren Nasenganges befinden sich die Stirn- und Nasennebenhöhlen.

Die Riechzellen

Das Siebbein beherbergt die Nerven, die die Riechzellen und den Riechkolben miteinander verbinden. Im Riechkolben, dem Bulbus Olfaktorius, findet eine Verschaltung zu mehreren Schaltzellen statt, die wiederum mit höheren Bereichen des Gehirns verbunden sind.

Die komplexe Verschaltung innerhalb des Riechkolbens ermöglicht deinem Hund das „räumliche Sehen“. Die ca. 230 Millionen Riechzellen (der Mensch im Vergleich hat 20–30 Millionen) deines Hundes werden alle 1 bis 2 Monate neu gebildet.

Warum ist die Hundenase nass?

Feuchtigkeit in der Hundenase erleichtert die Aufnahme der kleinen Duftmoleküle. Diese werden über die Nasenschleimhäute der Nasenmuscheln weitergeleitet. Zusätzlich filtert der produzierte Schleim gröbere Partikel heraus und hindert diese daran, weiter einzudringen.

Hinter den Schneidezähnen, am unteren Boden der Nase verläuft ein ganz besonderer Kanal: das Vomeronasal-Organ oder Jacobson´sches Organ.
Die dort befindlichen Riechzellen sind direkt mit dem Riechhirn und dem limbischen System verbunden. Wenn du deinen Hund an etwas sorgfältig riechen siehst und du hörst, dass er dabei grunzt, dann hat er beim Riechen zusätzlich das Jacobson Organ benutzt. Dies tut er, wenn er einen Geruch noch mal tiefer analysieren möchte.

Als eines der ältesten Bereiche des Gehirns beeinflusst das limbische System unter anderem das Triebverhalten, die Emotionen und auch hormonelle Bindungen deines Hundes.

So kommt es, dass beim Hund Geruchssinn, Geschmackssinn, Gefühle und hormonell gesteuertes Verhalten, stark miteinander verknüpft sind.

Da Hunde Geruchserlebnisse auch speichern können, kann dein Hund Lebewesen sogar anhand ihres Geruches wiedererkennen.

Was ist wenn die Hundenase mal nicht kühl und feucht ist?

Normalerweise sollte die Nase deines Hundes kühl und feucht sein. Aber nicht immer ist eine warme, trockene Hundenase Anzeichen einer Erkrankung.

Ursache für eine zeitweise eher trockene Nase beim Hund, können unter anderem auch folgende Dinge sein:

  • Flüssigkeitsmangel, aufgrund von großer Hitze bei gleichzeitigem Wassermangel, kann eine trockene Hundenase verursachen.
  • Befindet sich der Schlafplatz deines Hundes in unmittelbarer Nähe der aufgedrehten Heizung, ist natürlich auch eher einmal die Hundenase trocken und warm.
  • Auch körperliche Belastung kann zeitweise zu einer trockenen Hundenase führen.
  • Hunde schwitzen nicht nur über die Zunge und Pfoten, sondern auch über die Nase. Wodurch ebenfalls für kurze Zeit die Hundenase trocken werden kann.

Trockene Nasenflügel müssen also nicht immer krankheitsbedingt sein und eine trockene Nase deines Hundes allein sollte noch kein Anlass zur Sorge sein.

Wenn die Hundenase tropft

Auch Nasenausfluss kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Sollte dein Hund ständig eine tropfende oder laufende Nase haben, könnte das verschiedene Ursachen haben.

Fremdkörper in der Hundenase

Fremdkörper, wie beispielsweise Grannen, können beim Schnüffeln in die Nase deines Hundes gelangt sein. Grannen von Gräsern oder Getreidearten können sich in der Nase festhaken, ohne dass du es von außen erkennen kannst. Dies verursacht ständigen Niesreiz bei deinem Hund, doch nicht immer wird er dadurch die Granne oder einen anderen Fremdkörper los.

Es spielen bei der Nase die Anatomie und daher auch die Hunderasse oftmals eine wesentliche Rolle.

Besonders Hunde mit engen Nasenhöhlen sind davon eher betroffen.

Chemische Reizung der Hundenase

Chemische Reizungen können ebenfalls die empfindliche Hundenase stören und dafür sorgen, dass die Hundenase läuft. Stark aufgetragene Parfums, Putzmittel und Zigarettenrauch können solche Reizungen verursachen. Existiert der Reiz nicht mehr, sind auch Niesen und Nasenausfluss verschwunden.

Dein Hund ist krank

Natürlich kann sich dein Hund auch einmal erkälten und Schnupfen bekommen. Während bei einer viralen Infektion ein klarer Ausfluss aus der Hundenase tropft, kann er gelb, eitrig oder grün werden, sobald sich eine bakterielle Infektion hinzugesellt.

Auch Pilzerkrankungen können beim Schnupfen eine Rolle spielen, besonders, wenn sie chronischer Natur sind. Pilzerkrankungen und bakterielle Infektionen können gut behandelt werden.

Mit einer viralen Infektion muss das Immunsystem deines Hundes selbst fertigwerden. Ist dein Hund ansonsten gesund und gut ernährt, wird das für ihn auch kein Problem werden.

Zahnerkrankungen

Zudem kann dein Hund bei Zahnerkrankungen mit vermehrtem Nasenausfluss reagieren. Denn durch schlechte Zahngesundheit bedingte Abszesse in der Mundhöhle oder Fisteln zwischen Mund und Nase können zu Nasenausfluss führen.

Tumor

Einseitiger Nasenausfluss kann nicht nur bei einer Pilzerkrankung auftreten, sondern auch ein Hinweis auf eine Tumorerkrankung sein. Deshalb solltest du so schnell wie möglich mit deinem Hund zum Tierarzt, wenn du einseitigem Nasenausfluss bei ihm bemerkst.

Allergien

Außerdem kann dein Hund unter einer Allergie leiden, die zu beständigem Nasenausfluss führt. Es ist nicht immer leicht, herauszufinden, welches Allergen den Ausfluss verursacht. Aber mit ein wenig Geduld, sorgfältiger Beobachtung und der Unterstützung deines Tierarztes oder Tierheilpraktiker wirst du es schaffen.

Autoimmunkrankheit

Bei einigen Autoimmunerkrankungen kann es ebenfalls aus der Hundenase zu vermehrtem Nasenausfluss kommen. Bei dieser Art Erkrankung, greift das überschießende Immunsystem, körpereigenes Gewebe an. Auch hier ist dein Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Die warme Hundenase

Auch die Temperatur der Hundenase sagt nicht immer etwas über seinen Gesundheitszustand aus. Ist die Hundenase warm, kann es auch an den gleichen Dingen liegen, die zu einem trockenen Nasenspiegel führt.

Eine warme Hundenase muss also nicht unbedingt gleich bedeuten, dass dein Hund krank ist.

Zwar ist auch bei Fieber die Hundenase warm und trocken, jedoch sind zusätzlich die Ohren heiß und der Körper deines Hundes ist ebenfalls auffällig warm.

Bei Fieber hechelt dein Hund, ist schlapp und mag nichts fressen.

Die kalte Hundenase

Genauso wenig wie eine warme Hundenase immer Krankheit bedeutet, zeugt eine kalte Hundenase nicht automatisch von Gesundheit.

Denn trotz kalter Nase und feuchtem Nasenspiegel, kann dein Hund erkrankt sein, ohne dass dies jedes Mal am Nasenspiegel abzulesen ist. Ob nun die Hundenase kalt ist oder du bei deinem Hund eine trockene Nase bemerkst, ist nicht immer ausschlaggebend.

Wichtig ist, dass du das Verhalten deines Hundes beobachtest. Hier wirst du am ehesten feststellen können, ob deinem Liebling etwas fehlt. Es kommt also auf das Gesamtbild an und nicht nur auf einzelne organspezifische Erscheinungsbilder.

Die rissige Hundenase

Es gibt auch Fälle bei denen die Hundenase, über längere Zeit so trocken ist, dass sie rissig und bröckelig wird.

In diesem Fall könnte die Ursache eine Impfreaktion sein. Die Schwermetalle der Impfung lagern sich im Körper ab und können so zu dieser Reaktion führen. Des Weiteren können auch Allergien, Mangelerscheinungen und Unverträglichkeiten dafür verantwortlich sein.

Lasse dies bitte ebenfalls vom Tierarzt oder Tierheilpraktiker abklären.

Wie der Geruchssinn Hund und Mensch helfen kann

Da Hunde über viel mehr Riechzellen als beispielsweise Menschen verfügen, können Hunde riechen, was der Mensch nicht riechen kann.

Weil beim Hund Geruchssinn, Geschmackssinn, Hormon- und Nervensystem auf so einzigartige Weise miteinander verbunden sind, nimmt der Hund seine Welt ganzheitlicher wahr, als es der Mensch je könnte.

So kann der tierische Geruchssinn Hund und Mensch in Notsituationen das Leben retten.

Man denke nur an die Rettungshunde, die Verschüttete riechen können, die dadurch aus Schnee oder eingestürzten Gebäuden befreit werden können.

Auch Diabetikerhunde, die eine spezielle Ausbildung erhalten haben, können Leben retten. Der Hund riecht, ob sein Herrchen oder Frauchen eine lebensgefährliche Unterzuckerung haben und macht darauf aufmerksam. Oftmals holt der Hund dann das Zuckermessgerät und Traubenzucker, falls diese nicht mehr dazu in der Lage sein sollten.

Ein Hund riecht deshalb auch, wo ein Mensch hingegangen ist oder auch hin verschleppt wurde. Er wird dann eingesetzt, wenn es darum geht, vermisste Personen aufzuspüren.

Und schließlich werden Hunde auch eingesetzt, wenn es darum geht, versteckte Drogen zu finden.

Fazit

Ob dein Hund also trockene Nasenflügel hat, seine Hundenase warm ist oder die Hundenase läuft, hat nicht immer etwas zu bedeuten. Trotzdem solltest du den Nasenspiegel bei deinem Hund beobachten und gegebenenfalls reagieren.

Hundeliebe Grüße 🐶

Deine Désirée

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