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Februar 5, 2020

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Verwende ich lieber ein Halsband oder doch lieber ein Geschirr?

Diese Frage stellen sich viele Hundehalter, besonders unerfahrene. Die Frage ist auch ziemlich berechtigt, bedenkt man das man mit dem „an der Leine Ruckerei“ den Hund sogar verletzten kann!

Auch beim Gebrauch eines Geschirres gibt es, einiges zu beachten, da dessen Gebrauch sonst gesundheitsschädlich sein kann.

Anatomisch gesehen, gibt es aber tatsächlich Hunde, bei denen nur das eine oder das andere passt. Vor allem, wenn man das Beste für seinen Hund möchte, ist es keine leichtfertige Entscheidung. Bevor du dich nun für ein Halsband oder ein Geschirr entscheidest, solltest du vorher eine Menge abzuwägen.

Dieser Artikel soll dir dabei helfen, die richtige Entscheidung zu treffen.

Das Hundehalsband

Tiere wurden schon immer, mit einer Schlaufe über den Kopf geworfen, eingefangen und so geführt, davon abgeleitet ist das Halsband entstanden.

Heutzutage ist neben dem Nutzen auch der modische Aspekt ein wichtiger Teil geworden. Halsbänder werden aus verschiedenen Materialien hergestellt wie Nylon, Leder, Kunstleder, Kunststoffgemisch (meist unter Biothan bekannt), geflochten aus Stoff und Metallhalsbänder.

Zusätzlich hat man heute die Möglichkeit, praktischerweise die Initialen in das Halsband einnähen zu lassen, oder einen Anhänger mit den Kontaktdaten des Halters daran zu befestigen.

Das Erziehungshalsband

Die verschiedenen Varianten der Halsbänder unterscheiden sich aber nicht nur im Aussehen und Design, sondern auch in der Funktion. Erziehungshalsbänder wie:

  • Gesundheitswürger (Kettenhalsbänder)
  • Würger aus Nylon mit einstellbarem Stopp (stoppt die Würgefunktion)
  • Retriever Leinen (das ist Halsband und Leine in einem, ebenfalls mit einer Würgefunktion)
  • Stachelhalsbänder. Diese sind übrigens abgeleitet von Stachelhalsbändern die bei Hütehunden eingesetzt werden. Deren Stacheln sind aber nach außen gerichtet und dienen zum Abwehren von Bären und anderen Raubtieren.

Dann gibt es noch die:

Das aber diese sogenannten Erziehungshalsbänder (ausgenommen vielleicht das richtig eingesetzte Vibrationshalsband) eine brutale Art und Weise sind den Hund zu trainieren, oder vom ungewünschten Verhalten abzuhalten, sollte einem jedem Hundehalter klar sein.

Leider greifen immer noch viele aus Hilflosigkeit nach diesen Mitteln, auch wenn der Gebrauch eines Teletac verboten ist.!

Wenn man so weit ist das man selbst nicht mehr weiterweiß, empfiehlt es sich unbedingt einen kompetenten Hundetrainer zurate zu ziehen!

Material

Für welches Material du dich entscheidest, ist reine Geschmackssache. Aber achte zur Sicherheit deines Hundes auf Qualität. Eine minderwertige Verarbeitung kann gefährlich werden, denn wenn sich der Hund aus dem Halsband löst, könnte er auf die Straße laufen. Auch bei Halsbändern mit einem Klickverschluss aus Plastik ist Vorsicht geboten. Die Weichmacher in dem Plastik lösen sich irgendwann auf, und dass Plastik wird brüchig.

Praktisches Halsband

Sehr praktisch, und mit am besten in der Verarbeitung, sind Überwurfhalsbänder, auch als Martingale Halsbänder bezeichnet.

Das sogenannte Windhundhalsband wird auch immer beliebter. Da dieses Halsband besonders breit ist, wirkt es schonender für den Hals. Dieses gibt es als Überwurfvariante aus Nylon, oder aus Leder mit Loch-Schnalle.

Das Halsband welches dieser Hund trägt, ist ein sogenanntes Windhundhalsband.

Wie muss ein Halsband sitzen?

Als Faustregel gilt; wenn du im umgelegten, geschlossenen Halsband, einen fingerbreit Platz hast, dann sitzt es gut.

Bei dem richtigen Sitz des Halsbandes spielen aber noch andere Faktoren eine Rolle. Hunde bestimmter Rassen, wie zum Beispiel der Shar Pei, haben eine Menge Hautüberschuss. Dies kann dazu führen, dass das Halsband über den Kopf wegrutscht.

Des Weiteren gibt es Hunde, die vor gewissen Umwelteinflüssen panische Angst haben und sich deshalb aus einem normal sitzenden Halsband rauswinden können. Für diese Varianten empfiehlt es sich ein Zughalsband mit Stopp auszuwählen und dessen Stopp, dann so einzustellen, dass es nicht über den Kopf rutschen kann.

Das Hundegeschirr

Ursprünglich wurden Geschirre erfunden, damit der Hund zum Lasten ziehen, vor den Karren oder den Schlitten gespannt werden kann. Seit einigen Jahren werden Geschirre aber auch im Alltag genutzt, um den Hund an der Leine zu führen.

Es gibt inzwischen, genau wie bei den Halsbändern, jede Menge verschiedene Varianten. Es gibt da das Hundegeschirr aus Nylon, dass gepolsterte Hundegeschirr, Zuggeschirr (zum Ziehen von Lasten), Softgeschirr, Brustgeschirr, Geschirre aus Leder und Stoff, und inzwischen sogar Mantelgeschirre (Hundemantel & Geschirr in einem).

Im Erziehungsbereich gibt es das Anti-Zug-Geschirr (zieht sich unangenehm eng zusammen und soll den Hund am an der Leine ziehen hindern).

Und das Panikgeschirr, dieses geht von der Brust bis zur Flanke (Taille) und soll verhindern das sich der Hund in Panik herauswinden kann.

Auch bei den Geschirren wird das Windhundgeschirr immer beliebter, da auch diese von den Riemen her breiter verarbeitet wurden.

Du siehst also, man hat es inzwischen viel schwerer ein geeignetes Geschirr für seinen Liebling auszuwählen, als ein passendes Halsband. Neben dem stylischen Aspekt, unter anderem mit Stickereien und witzigen Sprüchen versehen, sitzen diese verschiedenen Arten der Geschirre auch alle unterschiedlich.

Wie muss ein Geschirr sitzen?

Die richtige Passform findet man am besten, indem man im Handel durch Anprobieren das richtige auswählt, oder online durch vorheriges Ausmessen des Hundes.

Da jeder Hund anders gebaut ist, gestaltet sich dies gar nicht so einfach. Wichtig ist aber darauf zu achten, dass es den Hund nicht in seinen Bewegungen einschränkt. Dies kann ansonsten zu dauerhaften Problemen im Bewegungsapparat führen. Außerdem ist drauf zu achten, dass es nicht scheuert, damit der Hund sich nicht wund läuft.

Der Gurtverlauf des Bauchgurtes sollte deshalb am Brustkorb aufliegen und nicht direkt hinter den Ellenbogen.

Als Faustregel gilt hier: bei mittleren und großen Hunden sollte eine handbreit Platz zwischen Bauchgurt und Ellenbogen sein, bei kleinen Hunden entsprechend weniger.

Als Nächstes sollte darauf geachtet werden, das die Schultern frei beweglich sind, also der Teil, der auf der Brust aufliegt, nicht zu tief liegt. Auch hier können sonst mit der Zeit Störungen im Bewegungsapparat auftreten, da der Hund nicht frei nach vorne auslaufen kann.

Wann ein Halsband und wann ein Geschirr?

Das ist erst einmal sehr stark von der Größe des Hundes abhängig. Bei einem kleinen Hund wiegt der Unterschied nicht so schwer ins Gewicht, wie bei einem großen Hund.

Beim Leinenführungstraining z.B. achtet man darauf, dem Hund beizubringen, neben einem zu laufen. Dies fällt aber dann bei einem großen Hund sehr schwer, wenn er mit einem Geschirr geführt wird.

Die Leinenbefestigung des Geschirres, sitzt ziemlich in der Mitte des Rückens und der Hund würde dadurch immer vor einem laufen, selbst wenn man ihn kurzhält. Deshalb eignet sich hier ein Halsband besser, auch weil man einen großen schweren Hund mit dem Halsband besser führen kann.

Aus Gesundheitlichen Gründen

Es ist aber wirklich wichtig, dass dem Hund beigebracht wird, ohne zu ziehen an der Leine zu laufen, wenn er ein Halsband trägt.  

Auch sollte unbedingt vermieden werden, dass Rucken an der Leine als Korrektur anzuwenden. Hierdurch können Verletzungen an Kehlkopf oder Halswirbeln entstehen. Wenn ein Hund weitestgehend ruhig an der Leine läuft, ist ein Halsband eine gute Möglichkeit den Hund zu führen.

Ausgenommen sind aber Hunde, die aus gesundheitlichen Gründen, keinen noch so leichten Druck auf den Hals bekommen dürfen. Wie zum Beispiel bei einem Trachealkollaps (zusammenfallen der Luftröhre), oder bei Halswirbelerkrankungen, diese Hunde dürfen ausschließlich mit einem Geschirr geführt werden.

Weitere gesundheitliche Aspekte, warum ein Geschirr nicht benutzt werden sollte, wären Erkrankungen im Bewegungsapparat. Dies kann nämlich dann dazu führen, dass es dem Hund noch schwerer fällt zu laufen, da ein Geschirr die Bewegungen einschränken könnte. Zu diesen Erkrankungen zählen häufig Rücken- und Ellenbogenerkrankungen.

Auch Hautprobleme können durch das eventuelle Scheuern des Geschirrs noch verschlimmert werden. Ganz besonders bei Tumoren, die am Körper wuchern, ist auf den Gebrauch eines Geschirrs zu verzichten.

Aus Sicherheitsgründen

Außerdem sollte man auch unbedingt ein Geschirr benutzen, wenn der Hund während der Autofahrt auf der Rückbank angeschnallt ist. Durch eine Sicherung am Halsband wären die Verletzungen bei einem Aufprall wären um einiges höher.

Des Weiteren ist es beim Schleppleinentraining ein Muss ein Geschirr zu benutzen. Bei diesem Training, wäre der Ruck auf den Hals, in bestimmten Situationen, viel zu groß.

Und nicht zu vergessen; die berühmte Flexi Leine. Auch bei deren Gebrauch ist es wichtig diese an einem Geschirr zu befestigen.

Aus den falschen Gründen

Ein Geschirr wird leider von vielen Hundehaltern aus den falschen Beweggründen eingesetzt. Zum Beispiel dann, wenn der Hund stark an der Leine zieht, um damit den Druck auf den Hals nicht zu groß ausfallen zu lassen. Die Idee dahinter ist gut, aber für den Hund wäre es sinnvoller, wenn man ihm das an der Leine laufen richtig beibringen würde.

Auf Erziehungsgeschirre wie das Anti-Zug-Geschirr ist bitte auch zu verzichten, denn dies kann für deinen Hund ziemlich schmerzhaft sein. Gönne dir und deinem Liebling lieber für das Geld eine Stunde Hundetraining, da habt ihr beide weitaus mehr von.

Lediglich das Panik-Geschirr ist eine gute Sache, da es zur Sicherung des Hundes in Paniksituationen dient.

Fazit

Wie du siehst, gibt es beim Kauf der richtigen Sicherung deines Hundes eine Menge abzuwägen. Aber wenn du dich, an das oben geratene hältst, wirst du mit Sicherheit die richtige Entscheidung für deinen Liebling treffen.

Bei unseren zarten Welpen gibt es diesbezüglich noch etwas mehr zu beachten, deshalb habe ich für dich zu diesem Thema eine separaten Artikel verfasst. Den Link dazu findest du hier: Welpen; Geschirr oder Halsband?

Tipp

Wenn ein erwachsener Hund, der zum Beispiel schlechte Erfahrungen gemacht hat, sich das Halsband nicht gerne anziehen lässt, kann man ihm mit einem einfachen Training dabei helfen.

Siehe dir dazu mein YouTube Video an.

Wichtig! Wenn du merkst, dass dein Hund keine Vorschritte macht beim Training und er sich seltsam wegducken sollte, dann könnte es sein, dass sein Sehvermögen nicht ganz in Ordnung ist. Lass dies dann gegebenenfalls bitte beim Tierarzt abklären.

Hundeliebe Grüße 🐶

Deine Désirée

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About the author 

Désirée Scheller

"Ganzheitliche Hundetrainerin seit 2011".- 💚 zert. Problemhundtherapeutin & zert. Gebrauchshundeausbilderin. - Fachgebiete sind Problemhunde, Hundeverhalten und Gruppenhaltung/Mehrhundehaltung. - Ich begleite Dich auf dem Weg zu einem entspannten Hund-Mensch-Team.

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