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Februar 12, 2020

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In diesem Artikel möchte ich dir den Jagdtrieb unserer Hunde etwas genauer erklären. Solltest du ein Jagdproblem mit deinem Hunden haben, kann dir mein weiter unten aufgeführtes Anti-Jagdtraining helfen.

Durch die Domestikation (Haustierwerdung) ist der Jagdtrieb nicht mehr bei all unseren Hunden ausgeprägt. Aber es gibt viele Hunde, die einen ausgeprägten Jagdtrieb haben. Dies kann für den Menschen sehr anstrengend sein, aber auch sehr gefährlich für den Hund werden. Er achtet im Trieb nicht darauf wo er hinrennt.

Einem Hund den Jagdtrieb abzugewöhnen ist unmöglich, aber man kann mit einem Training versuchen ihn umzulenken.

Was ist ein Jagdtrieb?

Ein Jagdtrieb ist ein Hinterherrennen eines Beuteobjektes mit Aussicht auf Jagderfolg. Also die Beute zu Fall zu bringen und zu fressen.

Um ein erfolgreicher Jäger zu sein, erfordert es vom Körper Kraft, Ausdauer und Konzentration. Der Körper schüttet, um dieses zu verstärken, Hormone aus (unter anderem Adrenalin). Wenn dein Hund vom Jagen zurückkommt, siehst du ihm regelrecht den Wahn in den Augen stehen.

Der Hund ist also, wenn er Jagd, im Trieb und hat seinen Fokus nur noch auf die Beute. Deshalb hört dein Hund, wenn er im Jagdtrieb ist, auch nicht mehr, wenn du versuchst ihn zurückzurufen.

Der linke Hund ist nicht im Jagdtrieb sondern im Hetztrieb.

Was ist ein Hetztrieb?

Das ist der Trieb der aktiviert wird, wenn der Hund etwas hinterher hetzt, ohne die Absicht die Beute zu Fall zu bringen und zu fressen. Das können alle möglichen sich schnell bewegenden Dinge sein wie Bälle, Jogger, Fahrradfahrer und so weiter. Aber auch andere Artgenossen können gehetzt werden.

Wenn ein Hund zum Beispiel einem Ball hinter hetzt, dann tut er das nicht, weil es ihm Spaß macht, sonders des Triebes wegen.

Warum jagen Hunde?

Der Jagdtrieb dient zum Überleben. Unsere Hunde sind Raubtiere und diese ernähren sich von Beutetieren. Sie sind anatomisch perfekt ausgestattete Jäger. Als Sichtjäger schaltet sich der Jagdtrieb ein, sobald der Hund ein wegrennendes Beutetier wahrnimmt. Er kann das nicht steuern, sobald er im Lauf ist nimmt er nichts anderes mehr wahr.

Was jagen Hunde?

Das kommt ganz darauf an, ob sie allein jagen oder im Rudel. Ein einzelner Hund würde sich auf Kleintiere beschränken, im Rudel werden eher Rehe oder andere Großtiere gejagt.

Ab wann ist der Jagdtrieb aktiv?

Ab wann unsere Hunde anfangen zu jagen, ist Rasseabhängig. Der Jagd- und Hetztrieb wird aber um den 8. Monat rum ausgeprägt. Man kann den Jagdtrieb verstärken, indem man schon sehr früh anfängt mit dem Junghund „Bällchen schmeißen“ zu spielen.

Möchtest du, nicht dass dein Hund der nächste „beste Jäger“ wird, dann solltest du solche Dinge unbedingt unterlassen.

Anti-Jagdtraining

Was kann man nun tun um den Jagdtrieb zu kontrollieren?

Erst einmal ist zwischen Hunden zu unterscheiden, die bedingt durch ihren Jagdtrieb, schon Jagderfolg hatten und denen ohne Jagderfolg. Bei denen mit ist es weitaus schwieriger als bei den Hunden ohne Jagderfolg.

Vorbereitung

Die einfachste Art eines Anti-Jagdtrainings ist der Futterentzug. Ein Hund, der beim Spaziergang nur Beute im Kopf hat, ist wegen des Jagdtriebes im Dauerstress und kann deshalb kein Futter aufnehmen. Deshalb bietest du ihm aber trotzdem während des Spaziergangs immer mal wieder ein Stück Futter an.

Du kannst Leckerlis, Trockenfleisch oder sein Hauptfutter dafür nehmen. Nimmt er es nicht, gibt es aber auch zu Hause nichts. Das machst du am nächsten Tag genauso weiter. Spätestens am dritten Tag wird er solch einen Hunger haben, dass er endlich Futteraufnahmebereit ist und du endlich mit ihm arbeiten kannst.

Neues Verhalten festigen

Du bietest ihm jetzt beim Spaziergang immer mal wieder ein Stück Futter an. Nicht rufen, warte bis dein Hund freiwillig kommt. Er soll so lernen, dass es sich lohnt bei dir zu bleiben.

Ab dem Tag danach, wenn dein Hund jetzt oft und gerne bei dir ist, hältst du ihn mit einem von dir ausgewählten Kommando davon ab, auf Beutesuche zu gehen. Es ist wichtig hier den Moment zu erwischen bevor der Jagdtrieb aktiviert wird.

Du wirst deinen Hund dann nach kurzer Zeit so weit haben, dass er anfängt, bei dir anhand von Blickkontakt abzufragen, ob er wohin darf oder nicht. Jedes Mal dafür belohnen!

Die erste Zeit wirst du noch intensiver auf ihn achten müssen, damit du die Momente nicht verpasst, in denen er vielleicht wieder auf Beutesuche gehen will. Mit der Zeit spielt es sich aber ein und eure Spaziergänge werden entspannter.

Sollte etwas unklar sein, kannst du mir gerne hier unter dem Beitrag deine Frage stellen. Und nun viel Erfolg und Spaß beim Training!

Bestimmt kann dir mein Artikel ERZIEHUNGSHALSBAND auch eine Hilfe bei dem Jagdproblem mit deinem Hund sein.

Hundeliebe Grüße 🐶

Deine Désirée

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About the author 

Désirée Scheller

"Ganzheitliche Hundetrainerin seit 2011".- 💚 zert. Problemhundtherapeutin & zert. Gebrauchshundeausbilderin. - Fachgebiete sind Problemhunde, Hundeverhalten und Gruppenhaltung/Mehrhundehaltung. - Ich begleite Dich auf dem Weg zu einem entspannten Hund-Mensch-Team.

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