März 29, 2020

Alles, was du über deinen Welpen wissen musst

by Désirée Scheller

Hundewelpen sind einfach bezaubernd! Planst du, bald einen Welpen bei dir aufzunehmen, oder bist du bereits stolzer Besitzer eines kleinen Vierbeiners? Dann bist du hier genau richtig! Damit du deinen Welpen bestmöglich begleiten kannst, gebe ich dir hier wichtiges Wissen über seine Entwicklung und Bedürfnisse an die Hand.

Wichtige Eckdaten über Welpen

  • Körpertemperatur: Ein Welpe hat eine normale Körpertemperatur von etwa 39,5 °C – dadurch fühlt er sich oft wärmer an, als wir es gewohnt sind. Generell liegt die Körpertemperatur von Hunden zwischen 37,5 °C und 39 °C.
  • Zähne: Welpen bekommen ihr erstes Gebiss mit etwa drei Wochen – insgesamt 28 Zähne.

Die Entwicklungsphasen eines Welpen

1.–2. Woche (Neugeborenenphase): Der Welpe ist blind und taub, seine Sinne entwickeln sich noch.
2.–3. Woche (Übergangsphase): Erste Sinneswahrnehmungen – der Welpe beginnt zu sehen und zu hören.
4.–7. Woche (Prägephase): Charakterbildung und erste Erfahrungen mit seiner Umgebung prägen sein Verhalten.
8.–12. Woche (Angstphase): Der Welpe lernt Abwehrverhalten und beginnt, soziale Regeln zu verstehen.
12.–16. Woche (Nachprägephase): Gelerntes wird gefestigt, das Sozialverhalten weiterentwickelt.
Sozialisierungsphase (4.–16. Woche): Die entscheidende Zeit, in der der Welpe lernt, sich in seiner Umwelt zurechtzufinden.

Das Ruhebedürfnis eines Welpen

Ein Welpe benötigt 20–22 Stunden Ruhe pro Tag! Seine Hauptaufgaben bestehen in den ersten Monaten aus:
✅ Schlafen
✅ Fressen
✅ Lösen (Pippi & Kacka)
✅ Die Welt in kleinen Schritten erkunden

Fehlende Ruhe kann zu Überdrehtheit und langfristigem Stress führen. Ein dauerhaft gestresster Hund entwickelt oft Verhaltensprobleme und gesundheitliche Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, deinem Welpen ausreichend Erholung zu ermöglichen.


Die Prägephase – die wichtigste Zeit im Leben deines Welpen

Die Prägephase ist die bedeutendste Entwicklungsstufe deines Hundes. Erfahrungen, die er in dieser Zeit macht – ob positiv oder negativ – prägen ihn für sein gesamtes späteres Leben.

Wird dein Welpe beispielsweise in dieser sensiblen Phase von einem anderen Hund gebissen, kann das dazu führen, dass er ein Leben lang unsicher oder ängstlich gegenüber Artgenossen bleibt. Solche tiefgreifenden negativen Erlebnisse bezeichnet man als Prägeschaden, da sie oft irreversibel sind.

Daher ist es essenziell, dass dein Welpe in dieser Zeit keine schlechten Erfahrungen macht.

Welpen-Spielstunden – sinnvoll oder riskant?

Viele Hundeschulen bieten sogenannte Welpen-Spielstunden an. Doch Vorsicht: Hier lernen die jungen Hunde meist nicht das, was sie tatsächlich für ein sicheres Sozialverhalten benötigen. Stattdessen werden sie oft in ihrer Selbstständigkeit bestärkt, was später zu Problemen führen kann.

Ein Hund, der in seiner frühen Entwicklungsphase lernt, Situationen eigenständig zu regeln, könnte später Schwierigkeiten haben, sich an dir zu orientieren und auf deine Führung zu vertrauen.

Die Vorstellung, dass Welpen sich gegenseitig sozialisieren, ist ebenfalls ein Irrglaube. Junge Hunde können einander keine Verhaltensregeln beibringen – das tun erwachsene, gut sozialisierte Hunde. Ähnlich wie bei uns Menschen: Babys und Kinder lernen die Grundlagen des sozialen Miteinanders von Erwachsenen, nicht von Gleichaltrigen.


Die richtige Ernährung für deinen Welpen

Gerade in der Wachstumsphase ist eine ausgewogene und artgerechte Ernährung entscheidend, denn sie bildet die Grundlage für die Gesundheit deines Hundes.

Viele industriell hergestellte Welpenfutter enthalten jedoch einen hohen Anteil an Getreide, was insbesondere bei großen Rassen problematisch sein kann. Ein unausgewogenes Nährstoffverhältnis kann das gesunde Wachstum der Knochen beeinträchtigen und langfristige Schäden verursachen.

Tipp: Lies dazu meinen Artikel „Was ist gutes Hundefutter?“, in dem ich detailliert auf dieses Thema eingehe.

Fertigfutter oder Barfen?

Wenn du dich für ein hochwertiges Fertigfutter entscheidest, erhält dein Welpe in der Regel alle notwendigen Nährstoffe.

Beim Barfen (biologisch artgerechte Rohfütterung) solltest du jedoch einige Aspekte beachten:

  • Auf Knochen solltest du in der Wachstumsphase verzichten, da sie zu Verdauungsproblemen führen können.
  • Stattdessen kannst du Eierschalenpulver hinzufügen, um den notwendigen Calcium-Phosphor-Bedarf zu decken.

💡 Wichtig: Teile die tägliche Futterration auf 3–4 Mahlzeiten auf, um eine gleichmäßige Nährstoffversorgung sicherzustellen.


Der Zahnwechsel – was du beachten solltest

Zwischen dem 4. und 6. Lebensmonat wechselt dein Welpe sein Milchgebiss gegen bleibende Zähne. In dieser Zeit kann das Kauen schmerzhaft sein, weshalb du besonders vorsichtig mit harten Kauartikeln sein solltest.

Warum?
Wackelnde Milchzähne können beim Kauen Schmerzen verursachen. Wenn dein Welpe dieses unangenehme Gefühl mit bestimmten Futterarten oder Kauartikeln verknüpft, kann es sein, dass er diese später meidet.

Natürlich gibt es auch robuste Welpen, denen das nichts ausmacht – doch das Risiko ist groß. Um negative Verknüpfungen zu vermeiden, solltest du sicherheitshalber auf sehr harte Kauartikel verzichten.

Alternativen zur Schmerzlinderung:

Es gibt verschiedene Produkte, die deinem Welpen in dieser Phase Erleichterung verschaffen:
Kauspielzeuge aus Stoff oder Gummi (z. B. ein weiches Tau oder ein Beißring)
Speziell entwickelte Zahnungsringe aus dem Fachhandel
Eine alte Schuhsohle (nur unter Aufsicht, um Fehlverknüpfungen zu vermeiden)

        Warum nimmt mein Welpe alles ins Maul und kaut darauf herum?

        Dieses Verhalten ist ganz natürlich und vergleichbar mit dem Entdeckungsdrang von Babys. Welpen erkunden ihre Umwelt mit ihrer Nase und ihrem Maul – sie riechen, schmecken und erforschen Gegenstände, um ihre Umgebung besser kennenzulernen.

        Wichtige Erkenntnisse für Welpenbesitzer

        Vielleicht hast du dir vor der Anschaffung deines Welpen keine Gedanken über dieses Verhalten gemacht. Doch jetzt wird dir bewusst, wie wichtig es ist, darüber Bescheid zu wissen.

        Möchtest du noch mehr, insbesondere zum Thema: Welpentraining erfahren? Dann schau bei meinem Buch: Welpenerziehung vorbei.

        Möchtest du von Anfang an alles richtig machen – insbesondere in Bezug auf die Gesundheit deines Hundes? Dann empfehle ich dir mein Buch „Die Basics der Hundegesundheit“, in dem ich die wichtigsten Grundlagen ausführlich erkläre.

        Falls du unsicher bist, ob ein Halsband oder ein Geschirr besser für deinen Welpen geeignet ist, findest du hilfreiche Informationen in meinem Artikel „Welpen: Halsband oder Geschirr?“.

        Indem du diese Tipps beachtest, hilfst du deinem Welpen dabei, gesund heranzuwachsen und eine positive Entwicklung zu durchlaufen – für einen ausgeglichenen, selbstsicheren Hund! 🐶💙

        Hundeliebe Grüße🐶

        Deine Désirée

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