Mai 19, 2020

Was der Frühling für deinen Hund bedeutet

by Désirée Scheller

Warum dein Hund im Frühling schlechter auf dich hört!

Jedes Jahr aufs Neue, sobald der Frühling einkehrt, verhält dein Hund sich auf einmal seltsam. Du ärgerst dich, dass er nicht mehr so gut auf dich hört wie sonst oder sich generell anders verhält. Vielleicht ist er plötzlich aufgedrehter, abgelenkter oder sogar sturer als sonst. Doch keine Sorge – dafür gibt es eine ganz natürliche Erklärung!

In diesem Artikel erkläre ich dir, warum dein Hund sich im Frühling anders verhält, welche biologischen und hormonellen Veränderungen dahinterstecken und wie du damit am besten umgehst. So kannst du gelassen bleiben und euren Alltag an die Frühlingsgefühle deines Vierbeiners anpassen!

Ohren stehen auf Durchzug.

Der Frühling

Im Frühling fängt überall neues Leben an zu sprießen. Der Frühjahrsaustrieb der Bäume und Sträucher signalisiert, dass die Natur wieder in Saft und Kraft steht.

Aber nicht nur für die Pflanzenwelt ist diese Zeit besonders – auch viele Tiere sind jetzt paarungsbereit und zeigen dies deutlich. Die Luft ist erfüllt von neuen Düften, die Vögel singen lauter, und Wildtiere werden aktiver. Diese Veränderungen bleiben auch für unsere Hunde nicht unbemerkt.

Durch die erhöhte Hormonaktivität vieler Tiere nimmt dein Hund plötzlich ganz neue Reize wahr. Er schnüffelt intensiver, ist abgelenkter und zeigt vielleicht sogar ein verändertes Verhalten gegenüber Artgenossen. Besonders unkastrierte Hunde können jetzt aufgeregter oder unruhiger wirken, da die Gerüche von läufigen Hündinnen oder rivalisierenden Rüden stärker wahrnehmbar sind.

Doch nicht nur die Hormone spielen eine Rolle – auch das wärmere Wetter, die längeren Tage und die veränderte Umwelt können das Verhalten deines Hundes beeinflussen. Manche Hunde sind jetzt energiegeladener, während andere eher träge wirken.

Wenn die Hormone deines Hundes im Frühling verrückt spielen

Nicht nur, dass im Frühling der Fellwechsel dir und deinem Hund zu schaffen macht. Nun verhält sich dein Liebling auch auffällig anders als sonst.

Rüden

Nicht „entmannte“ Rüden hören plötzlich nicht mehr, wenn sie gerufen werden und laufen mit der Nase am Boden wie fremdgesteuert durch Wald und Wiese. Keine Sorge, dein Hund ist nicht fremdgesteuert, sondern allenfalls hormongesteuert und wird sich nach einiger Zeit auch wieder normal verhalten.

Hündinnen

Auch die meisten Hündinnen machen nun eine hormonelle Veränderung durch und werden im Frühling läufig. Das riechen die Rüden aus meilenweiter Entfernung und sind dann kaum noch zu bremsen.

Überhaupt gibt es jetzt für Hunde überall neue Gerüche zu entdecken und das bringt so manchen Hund ganz aus dem Häuschen. Manche Rüden markieren dann an jeder imaginären Ecke und selbst noch so brave männliche Hunde sind um diese Jahreszeit anderen Rüden gegenüber ausgesprochen aggressiv.

Paarungszeit

Kaum zu Hause angekommen, scheint der Rüde noch ganz in Gedanken an seine Begegnung vertieft zu sein. Er winselt sehnsüchtig, während der Duft der Hündin ihn noch bis in seine Träume begleitet.

Kommt dir dieses Verhalten bekannt vor? Dann hat der Frühling auch bei deinem Hund Einzug gehalten. In dieser Jahreszeit steigt die Produktion von Sexualhormonen, da sie die natürliche Paarungszeit vieler Tiere ist. Diese hormonellen Veränderungen können das Verhalten deines Hundes spürbar beeinflussen – von erhöhter Unruhe und Ablenkbarkeit bis hin zu ausgeprägtem Suchverhalten nach potenziellen Partnern.

Instinkte im Frühling

Mit dem Frühling erwachen nicht nur die Natur, sondern auch die Instinkte deines Hundes. Plötzlich scheint er weniger auf dich zu hören, ist unruhiger oder wirkt abgelenkt – und genau das ist völlig normal. Sein Körper reagiert auf die veränderten Umweltreize, und die Frühlingsgefühle haben ihn fest im Griff.

Hab ein wenig Verständnis für deinen vierbeinigen Freund. Für ihn ist diese Zeit jedes Jahr aufs Neue eine Umstellung. Er nimmt intensivere Gerüche wahr, spürt die Energie des Frühlings und muss sich erst einmal wieder an diese neue Situation anpassen, um seine innere Balance zu finden.

Gerade jetzt ist es wichtig, vorsichtig zu sein, wenn du ihn frei laufen lässt. Seine Impulse könnten stärker sein als sonst, und er könnte auf einmal ganz eigene Pläne verfolgen. Bleibe konsequent in eurem Training und schenke ihm klare Führung – so gibst du ihm die Sicherheit, die er in dieser aufregenden Phase braucht. Denn auch wenn er gerade ein wenig „kopflos“ wirkt, ist er immer noch dein treuer Begleiter – nur eben mit einem kleinen Frühlingsrausch.

Mit dem Frühling kommt die Blütezeit

Nicht nur die Hormone schießen nun quer und wirken auf Körper, Geist und Seele. Während der Blütezeit im Frühling ist nicht jeder Zwei- oder Vierbeiner immer hocherfreut. Denn dies ist auch die Zeit des vermehrten Auftretens von Allergien, die durch Pollen hervorgerufen werden können.

Pollenallergie

Nicht nur du kannst an einer Pollenallergie leiden. Auch dein Hund ist vor im Frühling auftretenden, allergischen Reaktionen nicht gefeit. Während bei dir vielleicht die Augen tränen und die Nase läuft und juckt, leiden viele Hunde mit einer Pollenallergie unter Hautrötungen mit massivem Juckreiz.

Symptome einer Pollenallergie

Sie belecken sich, knabbern und kratzen an sich herum, bis es an manchen Stellen zu schlimmen Entzündungen kommt. Allerdings können auch Hunde eine allergisch bedingte Bindehautentzündung bekommen.

Sollte dein Hund, also im Frühling, vermehrt unter Juckreiz leiden, kahle, gerötete Stellen aufweisen und außerdem noch Anzeichen einer Bindehautentzündung haben, könnte es sein, dass eine Allergie dahintersteckt.

Was tun gegen einen Pollenallergie?

Eine Pollenallergie kann natürlich schulmedizinisch oder alternativ behandelt werden. Antihistaminika wirken bei Hunden jedoch nicht so effektiv wie bei Menschen.

Zwar gibt es Tropfen, die der Desensibilisierung dienen sollen, trotzdem ist eine Behandlung, welcher Art auch immer, recht langwierig. Ebenso kann eine homöopathische Behandlung helfen, wenigstens die Symptome zu lindern, aber auch hier ist deine Geduld gefragt.

Einer Allergie vorbeugen

Vorbeugend kannst du gegen den Ausbruch einer Pollenallergie eine Darmsanierung bei deinem Hund durchführen. Dadurch befreist du den Darm von Altlasten und das Immunsystem kann sich besser gegen die Allergien aufstellen.

Was der Frühling noch so mitbringt

Was der Frühling deinem Hund noch so bescheren kann, wenn das Gras wächst und die Temperaturen steigen, steigt gleichzeitig auch die Gefahr, sich Zecken einzufangen.

Diese Plagegeister befinden sich meist in Wiesen und Wäldern, weshalb du dich und deinen Hund nach ausführlichen Spaziergängen in freier Natur unbedingt nach Zecken absuchen solltest. Zecken können sowohl für deinen Hund als auch für dich eine Quelle ernstzunehmender Krankheitserreger darstellen.

Schutz gegen Zecken

Zwar gibt es auch antiparasitäre Mittel für Hunde, diese sind aber nicht immer für jeden Hund das Beste. Damit dein gesund bleiben kann, solltest du am besten auf natürliche Schutzmittel zurückgreifen.

In meinem Buch: Die Basics der Hundegesundheit gehe ich noch mal genauer auf das Problem ein.

Frühjahrsmüdigkeit

Wusstest du, dass auch Hunde unter der Frühjahrsmüdigkeit leiden können? Im Winter fällt weniger Licht auf die Netzhaut des Auges. Dadurch wird mehr vom Schlafhormon Melatonin produziert. Deshalb werden Menschen und auch Hunde im Dunkeln schneller müde.

Im Frühling ist noch jede Menge dieses Hormons im Blut enthalten, auch wenn die Ausschüttung nun langsam reduziert wird. Auch das Glückshormon Serotonin, das im Frühjahr vermehrt produziert wird, kann zur Frühjahrsmüdigkeit beitragen.

Schöne Spaziergänge in der freien Natur wirken der Frühjahrsmüdigkeit entgegen und vertreiben diese ebenso wie den Winterblues bei dir und deinem Hund.

Gefahren des Frühlings

Einige Frühblüher können deinem Hund gefährlich werden.
Gerade unsere liebsten Frühlingsblumen sind für unsere vierbeinigen Freunde hochgiftig.

So sollte dein Hund auf keinen Fall an Osterglocken, Maiglöckchen oder Tulpen herumknabbern, denn diese können schwere Vergiftungserscheinungen wie Bauchkrämpfe, Durchfall oder Kreislaufkollaps nach sich ziehen.

Solltest du nach einem Gartenbesuch unklare Symptome dieser Art bei deinem Liebling bemerken, ist es besser, sofort den Tierarzt aufzusuchen und ihm deinen Verdacht mitzuteilen.

Die meisten Hunde meiden solche bitter schmeckenden Pflanzen. Aber gerade junge Hunde kauen gerne überall herum, weshalb du diesbezüglich immer die Augen offenhalten solltest.

Fazit

Auch wenn im Frühling so manche Gefahren lauern, ist diese Zeit mit die schönste im ganzen Jahr. Nach einem langen, dunklen Winter tut es dir und deinem Hund gut, wieder an die Sonne zu kommen und den Kreislauf mit langen Spaziergängen ordentlich in Schwung zu bringen.

Zwar machen dir der Fellwechsel deines Hundes und die hormonelle Umstellung ein wenig zu schaffen, aber die schönen Seiten des Frühlings überwiegen doch auf jeden Fall.

Denn jetzt sprießt überall neues Leben, die Natur erwacht von Neuem und begrüßt dich und deinen Hund in den schönsten Farben. Grund genug, den Frühlingsgefühlen mal ab und zu freien Lauf zu lassen.

Hundeliebe Grüße 🐶

Deine Désirée

Wenn dir dieser Artikel gefallen hat dann teile ihn doch mit deinen Freunden.

>