Ursachen, Symptome und Möglichkeiten zur Hilfe
Hunde zeigen oft ein natürliches Sexualverhalten, aber wenn dieses Verhalten exzessiv oder zwanghaft wird, spricht man von Hypersexualität. Dieses Problem kann für Hundebesitzer verwirrend und frustrierend sein, da es zu unerwünschten Verhaltensweisen führt und sowohl das Tier als auch dessen Umwelt beeinträchtigen kann. In diesem Artikel erklären wir, was Hypersexualität bei Hunden bedeutet, wie man sie erkennt und welche Möglichkeiten es gibt, um dem Hund zu helfen.
Was ist Hypersexualität bei Hunden?
Hypersexualität bezeichnet ein übersteigertes Sexualverhalten, das sich oft durch wiederholtes und zwanghaftes Verhalten äußert. Während sexuelle Aktivitäten bei unkastrierten Rüden und Hündinnen in bestimmten Phasen des Lebens oder des Fortpflanzungszyklus normal sind, kann Hypersexualität ein Anzeichen für hormonelle Ungleichgewichte, mangelnde Erziehung oder sogar gesundheitliche Probleme sein.

Anzeichen für Hypersexualität bei Hunden
Es gibt verschiedene Verhaltensweisen, die auf eine Hypersexualität hinweisen können. Dazu gehören:
- Exzessives Besteigen von Gegenständen, Menschen oder anderen Tieren: Während dieses Verhalten gelegentlich normal ist, wird es zum Problem, wenn es zwanghaft und ständig auftritt.
- Ständiges Lecken der Genitalien: Wenn der Hund sich exzessiv an den eigenen Genitalien leckt, kann dies auf eine übersteigerte Sexualität oder sogar auf eine Infektion hinweisen.
- Aggressives oder unruhiges Verhalten in Gegenwart von anderen Hunden: Hypersexuelle Hunde können in der Nähe von Artgenossen sehr erregt oder sogar aggressiv werden.
- Dauerhafte Erregungszustände: Einige Rüden zeigen ständige Erektionen oder ein ausgeprägtes Interesse an Fortpflanzung, selbst wenn keine läufige Hündin in der Nähe ist.
- Unkontrolliertes Markieren: Manche hypersexuelle Hunde markieren übermäßig oft, um ihr Revier zu kennzeichnen.

Ursachen der Hypersexualität
Die Ursachen für dieses Verhalten können vielschichtig sein. Hier sind einige der häufigsten Faktoren:
1. Hormonelle Ungleichgewichte
Hunde mit einem übersteigerten Testosteron- oder Östrogenspiegel zeigen häufig stärkeres sexuelles Verhalten. Dies ist besonders bei unkastrierten Rüden der Fall, kann aber auch bei kastrierten Tieren auftreten, wenn noch hormonelle Reste im Körper verbleiben.
2. Mangelnde Erziehung und Management
Manche Hunde lernen durch fehlende Erziehung, dass exzessives Besteigen oder hypersexuelles Verhalten toleriert wird. Besonders wenn dieses Verhalten von den Besitzern nicht korrigiert oder sogar belohnt wird, kann es sich verstärken.
3. Stress und Langeweile
Hunde, die nicht ausreichend geistig und körperlich ausgelastet sind (aber auch genau das Gegenteil kann der Fall sein) neigen dazu, Verhaltensweisen zu entwickeln, die zwanghaft werden können. Hypersexualität kann ein Zeichen von Langeweile oder Stressbewältigung sein.
4. Medizinische Ursachen
Einige medizinische Probleme wie Infektionen der Geschlechtsorgane, neurologische Störungen oder Tumore im Bereich der Hormondrüsen können Hypersexualität auslösen.

Wie kann man einem hypersexuellen Hund helfen?
Wenn ein Hund Anzeichen von Hypersexualität zeigt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, ihm zu helfen:
1. Tierärztliche Untersuchung
Zuerst sollte ein Tierarzt konsultiert werden, um medizinische Ursachen wie hormonelle Störungen oder Infektionen auszuschließen.
2. Kastration oder Sterilisation
In vielen Fällen kann eine Kastration helfen, das hypersexuelle Verhalten zu reduzieren, insbesondere wenn die Ursache hormonell bedingt ist. Allerdings ist eine Kastration keine Garantie, da erlerntes Verhalten weiterhin bestehen bleiben kann. Eine Kastration ist aber ein Eingriff, den du dir gründlich überlegen solltest, denn es bringt auch viele Nachteile mit sich. Lass dich bitte ausführlich von deinem Tierarzt beraten
3. Training und Verhaltenskorrektur
- Klare Grenzen setzen: Konsequentes Training hilft dem Hund, Alternativen zu seinem Verhalten zu lernen.
- Positive Verstärkung: Belohnung für erwünschtes Verhalten hilft, problematisches Verhalten zu reduzieren.
4. Genügend Bewegung und geistige Auslastung
Ein ausgeglichener Hund hat weniger Bedarf an unerwünschten Verhaltensweisen. Spaziergänge, Denkspiele und soziale Interaktion können helfen, das Verhalten zu regulieren.
5. Ruhe
Sorge dafür, dass dein Hund seinem Ruhebedürfnis ausreichend nachkommt, denn dies ist essenziell für seine körperliche und geistige Gesundheit und lindert zudem Stress.
6. Hormonregulierende Mittel
In extremen Fällen können Tierärzte Medikamente verschreiben, die helfen, den Hormonspiegel zu regulieren oder zwanghaftes Verhalten zu reduzieren. Probiere dich aber erstmal mit natürlichen Mitteln wie Mönchspfeffer aus.
Fazit
Hypersexualität bei Hunden kann für Besitzer eine Herausforderung sein, doch mit der richtigen Herangehensweise lässt sich das Verhalten oft erfolgreich steuern. Eine Kombination aus medizinischer Abklärung, Erziehung, körperlicher und geistiger Auslastung sowie gegebenenfalls einer Kastration kann dazu beitragen, das Problem zu lösen. Wichtig ist, Geduld zu bewahren und den Hund mit Konsequenz und Verständnis zu begleiten.
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